Presseartikel



Das Systemo-Board


Aus: Aufstellungen mit dem Systembrett, Ausgabe 3 / 2004 s. 63
von Antje Jaruschewski


Familien und Systeme stellen mit innovativen Zusatzelementen
Zusammengestellt von A. Jaruschewsky

Die Idee des Familienbretts ist nicht neu. Das hier vorgestellte Systemo-Board wartet jedoch mit ein paar zusätzlichen Überraschungen auf ist darüber hinaus besonders ansprechend verarbeitet.

Entwickelt wurde es von Stefan Putz, seines Zeichens Diplom-Sozialpädagoge und systemischer Familientherapeut. Aus der Praxis für die Praxis!

Ausführung
Das Set (auch einzeln erhältlich) besteht aus dem Brett in Birkenholz (Multiplex) mit einer Buchenholzumrandung, geölt mit ökologischem Holzöl. Gut verarbeitet lädt es zum in die Hand nehmen ein.

Mit rund 50 x 50 cm hat es eine Größe, die genug Raum lässt, sich durchaus aber auf jeden Tisch platzieren lässt. Unterbringen und transportieren kann man es im stabilen Holzköfferchen aus Buchenholz.

Zusammen mit den Figuren aus Buchenvollholz aus entsprechender Ausführung ergibt sich ein Set, das sich durchaus auch nach Design-Gesichtspunkten sehen lassen kann.




Die Idee


Das Systemo-Board lässt sich in vielen Situationen einsetzen. Bei der Vorklärung im Gespräch, im Coaching, mit Kindern oder auch im Einzelsetting als Aufstellungsäquivalent.

Stefan Putz hat hier neben den neutral gestalteten Figuren in zwei Größen, rundem und eckigem Querschnitt und dezenten Farbcodierungen noch weitere kreative Elemente hinzugefügt: so gibt es noch eine zusätzliche Figur mit Golddekor, die z.B. als Gute Fee oder „Wunderelement“ eingesetzt werden kann (Wenn jetzt ein Wunder geschehen würde, dann…).


Zwei Holzblöcke können je nachdem als Podest platziert werden, um Machtpositionen darzustellen bzw. Hierarchieebenen zu symbolisieren, evtl. auch anmaßende Haltung oder, andersherum gedreht, auch als Mauer. Die Mauer könnte sowohl Ausgrenzung verdeutlichen, das „durch die Tür gehen“ versinnbildlichen oder auch eine „seelische Mauer“ um eine Person herum symbolisieren.

Vielleicht haben sie und Ihre Klienten ja auch noch andere Ideen? Vielleicht entsteht ja auch eine Brücke?

Mit der Kugel als freies Element lassen sich Symptome wie z.B. Sucht, Gewalt, Krankheit, ein Familiengeheimnis oder andere abstrakte Elemente in das gestellte Bild integrieren, ohne durch die Form zu viel vorzugeben.

Idee, Produktion und Vertrieb des Systemo-Boards
Stefan Putz, Dipl. Sozialpädagoge und systemischer Familientherapeut




Buchbesprechungen


Aus: Beratung Aktuell, Ausgabe 1 / 2006, s. 124
von Dr. Rudolf Sanders

Oft sitzt uns in Beratung oder Therapie nur ein Einzelner gegenüber, wir wissen aber, dass in ihm und auch in der Realität eine Vielzahl an Menschen, Bedingungen, Tatsachen auf seinen Anlass, Beratung oder Therapie in Anspruch zu nehmen, maßgeblichen Einfluss haben. So ist es ein wichtiges Ziel jeglicher Beratung, hier Ordnung und Klarheit zu schaffen, um Wege der Veränderung zu öffnen.

Sehr hilfreich ist es dabei, dass das, was sich in der Seele des Betreffenden' eingedrückt' hat, wieder einen Ausdruck findet, so dass er sich von diesem Ausdruck wieder beeindrucken lassen kann. Hierbei bietet das Systemo-Board eine schnelle und unkomplizierte Möglichkeit. Entwickelt von einem Praktiker, Dipl.-Sozialpädagogen und systemischem Familientherapeut, werden Figuren aus Buchenholz zur Verfügung gestellt, die diese inneren Bilder in Szene setzen. Zusatzfiguren wie die gute Fee, das schwarze Schaf, das Podest, die Kugel oder die Mauer unterstützen diesen Prozess. Zu diesen Figuren wird eine Arbeitsbroschüre geliefert, die anhand von Praxisbeispielen die vielfältigen Möglichkeiten aufgezeigt.

Mir selber war dieses Board grade in der Arbeit mit Patchworkfamilien eine große Hilfe, die unterschiedlichen Systeme, die gegen oder miteinander sich verhalten, bildlich darzustellen und so Lösungsprozesse zu initiieren.

Alle Figuren, das Brett, die Aufbewahrungskiste sind mit Liebe zum Detail aufwändig verarbeitet, geölt mit ökologischem Holzöl. Ein Handwerkszeug, das in keiner Beratungsstelle oder Praxis fehlen darf.


MinRat Mag.DDr.FRANZ S E D L A K
Leiter der Abt. Schulpsychologie-Bildungsberatung in Österreich, Psychotherapeut (Verhaltenstherapie, Klientenzentr.Psychotherapie, Individualpsych. Analytiker  u. Gruppentherapeut, Logotherapie -Existenzanalyse, Lehrtherapeut Autogene Psychotherapie, Lehrtherapeut Katathym Imaginative Psychotherapie), Supervisor. Gesundheitspsychologe, Klinischer Psychologe. BMUKK  A-1014 Wien Freyung 1 Tel +43-1-53120-2580 Fax- 812580 email:franz.sedlak@bmukk.gv.at


Wer die Arbeit mit den verschiedenen Holzklötzchen selbst erlebt hat, weiß, wie nach vielleicht anfänglicher Skepsis und Vorbehalten gegenüber dem nieder strukturierten Material Staunen über die Dynamik eintritt, die sich aus der Systemdarstellung ergibt. Dabei kann es sich um interpsychisches System oder ein intrapsychisches System handeln, die vom Pädagogen Stefan Putz entwickelten Systemholzklötzchen – es gibt die Basisfiguren, die Sonderfiguren, spezielle Sets zu „Trauma und Gewalt“- helfen, auf einem Holzbrett komplexe Beziehungen zwischen Menschen oder zwischen Personanteilen zu visualisieren, zu verstehen und zu verändern. Dazu kommen färbige Holzquader, die Gefühle, Ressourcen und Glaubenssätze darstellen können. Die beiden Trainer, Berater und Coaches Polt und Rimser beschreiben die Herkunft des Systembretts aus systemischen, konstruktivistischen, kybernetischen gedanklichen Quellen, aber auch aus konkreten therapeutischen Werkzeugen wie das Psychodrama, der Sceno-Test, die Familienskulptur und das Familienbrett. Es handelt sich bei den Systemdarstellungen um keinen projektiven Ansatz, sondern um ein Instrument bzw. Methode zur Kommunikationserleichterung zwischen den Personen im Beratungskontext, sei dies nun der Einsatz für eine Unternehmensberatung, Supervision, Mediation oder die Integration in einen therapeutischen Rahmen. Polt und Rimser demonstrieren in vielen Fallbeispielen die vielfältige Einsatzweise des Systembretts.
Zu überlegen wäre kritisch: 1) Könnte die Bezeichnung „Aufstellung“, die durch etliche negative Erfahrungen kontaminiert ist, nicht besser durch „Systemdarstellung“ ersetzt werden? 2) Könnte auf die teilweise starke Anlehnung an neurolinguistische Denk- und Kommunikationsvorgänge zugunsten eines breiteren, allgemein therapeutischen Zuganges verzichtet werden? 3) Müsste nicht von der Warte der abstrakten Systemdarstellung das unabhängig vom Systembrett von Simmerl und Simmerl entwickelte, aber im Buch von Polt und Rimser beschriebene und als effektiv gelobte Figurenkabinett, das das Systembrett mit projektiver Szenariotechnik kombiniert, als ein kreativer „Rückfall“ in die Suche nach Persönlichkeitsmerkmalen erscheinen?  Verhält sich zur Arbeit mit den Holzklötzchen die Verwendung des sogenannten Schatzkästchens nicht doch stimmiger? 4) Könnte nicht die Verwendung dunkler Sonderfiguren („schwarzes Schaf“ etc.) für Problemdarstellungen mitteleuropäischen Vor-Urteilen über Dunkel und Hell, Schwarz und Weiß zugerechnet werden? 5) Ist es wirklich ratsam, bestimmte Holzklötzchen nach Hause mit zu geben? Wird hier das Symbolische nicht zu sehr auf das Material fixiert und fast „magisch“ aufgeladen? Wäre es nicht besser, zur eigenen Suche nach geeigneten Symbolen für Ressourcen und Helfer zu ermutigen?
Alle diese Anregungen zeigen aber, um welch interessantes, zur Auseinandersetzung herausforderndes Instrumentarium es sich handelt.